Smart Commerce
simatec agSchmiermittel

Zielbild und Systemauswahl für die digitale Beschaffungsplattform

simatec ag — Schmiermittel

Tech Stack

Shopware 6 EvolveMicrosoft Azure (Self-Hosted)proALPHA (ERP)Cavok (DAM)Typo3 (CMS)Microsoft Entra ID (SSO)Domain ModellingTech CanvasKlickprototypSchätzmatrix

Beratung, die eine Plattform trägt.

KI-Funktionen sitzen auf Plattformen. Und Plattformen entstehen aus Entscheidungen, die vor der ersten Zeile Code fallen. simatec kam 2024 mit einer Digitalstrategie, vielen Ideen und einer offenen Systemfrage. In drei Monaten wurde daraus ein belastbares Zielbild, eine dokumentierte Anforderungsbasis und die Entscheidung für Shopware 6. Was wir dabei über Anforderungen, Datenmodelle und Systemauswahl geklärt haben, trägt jede Plattform, die später KI-Funktionen aufnimmt.

Diese Story ist keine KI-Story. Sie ist eine Beratungs-Story. Sie steht hier, weil ein sauberes Zielbild die Basis ist, auf der Plattform und KI-Funktionen verlässlich laufen. Modelle sind austauschbar. Architektur entscheidet.

Ausgangslage.

Die simatec ag mit Sitz in Wangen an der Aare ist ein international tätiges Schweizer Familienunternehmen. Seit 1983 entwickelt, produziert und vertreibt simatec Produkte für die Montage und Demontage von Wälzlagern sowie für die automatisierte Schmierung von Maschinenkomponenten. Die Kernmarken simalube, simatherm und simatool stehen für Qualität und Anwenderfreundlichkeit. simatec beliefert Endkund:innen in der Schweiz direkt und vertreibt international über ein Händlernetzwerk sowie Tochtergesellschaften in Deutschland und den USA. Rund 50 Mitarbeitende, Vertrieb in über 70 Ländern.

Trotz hoher Markenbekanntheit war der direkte Draht zu den Endkund:innen eingeschränkt. Bestellungen liefen überwiegend über Händler, die Interaktion mit Endkund:innen nur gefiltert. Daraus entstanden Informationsbrüche, wenig Transparenz bei Preisen und Verfügbarkeiten und ein hoher manueller Aufwand in der Bestellabwicklung. Parallel liefen mehrere Digitalisierungsinitiativen ohne klare Priorisierung und ohne technische Linie.

Das Ziel war eine zukunftsfähige B2B-Beschaffungsplattform, die Schweizer Bestandskund:innen direkt adressiert und Händlerbeziehungen stärkt, statt sie zu umgehen. Zentrale Geschäftsdaten wie Produkte, Kund:innen, Preise und Bestellungen sollten in einer Plattform zusammenlaufen.

Was wir gemacht haben.

Die Beratungsphase lief von Oktober 2024 bis Januar 2025, in enger Zusammenarbeit zwischen simatec und Smart Commerce. Das Vorgehen war strukturiert und iterativ, mit hoher Einbindung der Stakeholder. Fünf Arbeitspakete haben die Phase getragen.

  • Kick-off und Scoping. Vision und Scope präzisiert, die Digitalstrategie von 2019 und 2020 an die aktuellen Anforderungen angepasst.
  • Domain Modelling und Datenanalyse. Kundenstammdaten, Preislogiken, Verfügbarkeiten und Produktinformationen erhoben und in Zielstrukturen überführt.
  • Anforderungsaufnahme. Funktionale Anforderungen entlang der Kernprozesse erhoben und priorisiert, nicht-funktionale über den Tech Canvas dokumentiert.
  • User Research und Prototyping. Ein klickbarer Prototyp, getestet mit Schweizer Bestandskund:innen, als Grundlage für die Priorisierung der MVP-Features.
  • Systemevaluierung und Auswahl. Intershop und Shopware 6 in einer Schätzmatrix gegenübergestellt, mit klarer Empfehlung.

Systemauswahl. Intershop und Shopware 6 im Vergleich.

Ein zentraler Baustein der Beratungsphase war die Bewertung möglicher Plattformen. Alle erarbeiteten User Stories und Anforderungen kamen in eine Schätzmatrix, die Aufwände für Setup, Backend und Frontend wurden für Intershop und für Shopware 6 ermittelt. Dazu kamen Faktoren wie die Integrationsfähigkeit mit proALPHA und Cavok, Lizenz- und Betriebskosten, Flexibilität für spätere Ausbaustufen und Time-to-Market. Intershop überzeugte mit starken B2B-Standardfunktionen, wies aber höhere Implementierungsaufwände und Lizenzkosten auf. Shopware 6 punktete mit einem modernen Technologie-Stack, hoher Anpassungsfähigkeit und einem besseren Kosten-Nutzen-Verhältnis. Auf dieser Basis empfahl Smart Commerce Shopware 6 Evolve, Self-Hosted auf Azure, als Plattform für das MVP.

Kundennähe früh validiert.

Ein besonderer Fokus lag auf der frühen Einbindung der Endkund:innen. Ein klickbarer Prototyp wurde mit einer Gruppe Schweizer Bestandskund:innen getestet. Die Rückmeldungen waren entscheidend für die Priorisierung. Favoritenlisten, schnelle Nachbestellungen und eine transparente Bestellhistorie galten als essenziell, umfangreiche Dokumentendownloads wurden für spätere Ausbaustufen eingeplant.

Tech-Stack.

  • Shopware 6 Evolve
  • Microsoft Azure (Self-Hosted)
  • proALPHA (ERP)
  • Cavok (DAM)
  • Typo3 (CMS)
  • Microsoft Entra ID (SSO)
  • Domain Modelling
  • Tech Canvas
  • Klickprototyp
  • Schätzmatrix

Sechs Erfolgsfaktoren aus dem Projekt.

Was wir bei simatec geklärt haben und seither in jedes Beratungsprojekt mitnehmen.

Zielbild vor Technik

Aus einer bestehenden Digitalstrategie und vielen Ideen ein klares Zielbild abgegrenzt. MVP gegen spätere Ausbaustufen, Vision fixiert. Erst die Richtung, dann die Systemfrage.

Datenmodell als Fundament

Kundenstammdaten, Preislogiken, Verfügbarkeiten und Produktinformationen systematisch erhoben und in Zielstrukturen überführt. Grundlage für Schnittstellendesign und Shoparchitektur.

Anforderungen funktional und nicht-funktional

Funktionale Anforderungen entlang der Kernprozesse, nicht-funktionale über den Tech Canvas. Schnittstellen, Payment, SSO, Rollen, UI und UX, Security, Internationalisierung, Hosting und Legal in einer Sammlung.

Kundennähe früh im Prozess

Ein klickbarer Prototyp, getestet mit Schweizer Bestandskund:innen. Favoritenlisten, Nachbestellungen und transparente Bestellhistorie als MVP-Kern bestätigt, weniger kritische Features vertagt.

Systemauswahl mit Schätzmatrix

User Stories und Anforderungen in einer Schätzmatrix hinterlegt, Aufwände für Intershop und Shopware 6 ermittelt, Integration, Kosten, Flexibilität und Time-to-Market bewertet. Entscheidung mit Zahlen.

Händlerbeziehungen mitgedacht

Der direkte Draht zu Endkund:innen stärkt das Händlernetzwerk, statt es zu umgehen. Offener gegen geschlossenen Shop, Rollen und Rechte früh geklärt.

Was in der Beratungsphase entstanden ist.

Projektumfang in Zahlen, keine Outcome-Werte.

3
Monate Beratung von Kick-off bis Systementscheidung
2
Plattformen strukturiert verglichen
5
Arbeitspakete von Scoping bis Systemauswahl
Mai 2026
Soft-Go-Live des MVP in der Schweiz

Am Ende der Beratungsphase lag ein belastbares Zielbild vor: ein geschlossener Onlineshop für Schweizer Bestandskund:innen mit dem Kernsortiment aus simalube, simatherm und simatool, vollständig integriert in ERP proALPHA, DAM Cavok, CMS Typo3 und Microsoft Entra ID, mehrsprachig in Deutsch, Englisch und Französisch, multiwährungsfähig in CHF, EUR und USD, mit Rollen- und Rechteverwaltung, individuellen Preisen und Staffelpreisen und einem Self-Service-Bereich My Account. Auf dieser Grundlage ist die Plattform in die Umsetzung gegangen und im Mai 2026 als Soft-Launch in der Schweiz live gegangen.

Wie es weitergeht.

Die Roadmap reicht über den MVP hinaus. Vorgesehen sind ein vollwertiges digitales Kundenportal mit Bestellhistorien und Servicemanagement, die internationale Skalierung nach Deutschland und in die USA, eine Sortimentserweiterung um Zubehör und Cross-Selling, digitale Services wie Servicebuchungen, Ersatzteilmanagement und Predictive Maintenance sowie eine stärkere digitale Einbindung des Händlernetzwerks.

Was wir daraus für KI-Anwendungen mitnehmen.

simatec ist keine KI-Geschichte. simatec ist eine Beratungs- und Zielbild-Geschichte. Aber die Disziplin, die eine Plattform klärt, ist dieselbe, auf der KI-Funktionen später verlässlich laufen.

  • KI-Use-Cases brauchen ein klares Zielbild, nicht primär Modelle. Die Abgrenzung von MVP und Ausbaustufen übersetzt sich direkt in die Frage, welcher KI-Hebel jetzt trägt und welcher wartet.
  • KI braucht eine saubere Datenbasis. Das Domain Modelling aus Kundenstammdaten, Preislogiken und Produktinformationen ist genau das Fundament, auf dem semantische Suche, Product Advisor oder Predictive Maintenance aufsetzen.
  • Strukturierte Systemauswahl trägt sich weiter. Die Schätzmatrix, die Intershop und Shopware 6 vergleichbar gemacht hat, funktioniert genauso für den Vergleich von KI-Tools und Anbietern.
  • Nicht-funktionale Anforderungen entscheiden im Betrieb. Der Tech Canvas mit Schnittstellen, SSO, Security und Internationalisierung ist die Checkliste, an der sich auch KI-Funktionen im Live-Betrieb messen lassen.

Zwei Wege ins Gespräch.

Die Consultingphase mit Smart Commerce hat uns geholfen, Ordnung in unsere vielen Ideen und Anforderungen zu bringen. Besonders wertvoll war die strukturierte Vorgehensweise: von der Analyse unserer Prozesse über die Modellierung der Daten bis hin zu konkreten Prototypen, die wir direkt mit Kunden testen konnten. So haben wir jetzt eine klare Roadmap und können mit Überzeugung in die Umsetzung starten.
Peter AebiHead of Product Management, simatec ag
Requirements Engineering und Consulting bei simatec
Success Story

Requirements Engineering und Consulting bei simatec

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