Andrea Raab, Customer Service
+49 341 99 15 36 00
Viele Unternehmen befinden sich in einer komplizierten Beziehung mit Künstlicher Intelligenz. Bei den meisten ist der aktuelle Beziehgungsstatus als “wir experimentieren” in Form einzelner Tools, die Aufgaben automatisieren oder Daten analysieren, definierbar. Doch der wahre Paradigmenwechsel beginnt dort, wo KI im Unternehmen nicht mehr Werkzeug ist, sondern Teammitgliedwird.
In agilen Organisationen verändert das nicht nur die Prozesse, sondern auch Rollenverständnisse, Zusammenarbeit und Entscheidungsdynamiken. Wie sieht ein Team aus, in dem KI-Agents an Stand-ups teilnehmen, Backlogs pflegen oder selbstständig Hypothesen testen? Und welche neuen Verantwortlichkeiten entstehen für uns als Menschen?
Die letzten Jahre zeigen uns, was mit einfachen Textassistenten begann, entwickelt sich heute zu einer neuen Art der Kollaboration. Tools wie GitHub Copilot, ChatGPT oder Claude Code arbeiten nicht mehr nur reaktiv auf Anweisung, sondern aktiv mit – sie schlagen Lösungen vor, optimieren Workflows oder erkennen Muster, bevor sie jemand im Team überhaupt benennt.
In vielen Organisationen erleben Teams bereits den „Aha-Moment“, wenn KI nicht nur Fragen beantwortet, sondern Initiative zeigt:
Der entscheidende Punkt: KI übernimmt keine Jobs – sie übernimmt Rollenanteile. Sie agiert als stilles Teammitglied, das repetitive Arbeit abnimmt, Erkenntnisse liefert und so den Raum für Kreativität, Strategie und menschliche Empathie erweitert.
In klassischen agilen Frameworks gibt es klare Rollen und Regeln. Doch wie fügt sich KI in ein System ein, das auf Transparenz, Selbstorganisation und Verantwortung basiert?
In Scrum kann KI eine neue Dimension an Effizienz eröffnen:
In Kanban-Teams analysiert KI Workflows, erkennt Engpässe und schlägt Optimierungen vor – datenbasiert und kontinuierlich.Bei OKRs kann sie Zielkonflikte sichtbar machen, Fortschritt quantifizieren oder Ideen für Key Results liefern.
Dabei zeigt sich: KI kann agile Prinzipien nicht ersetzen, sondern nur stärken. Die Voraussetzung ist, dass Teams sie bewusst einbinden – ähnlich wie in einer Beziehung, in der man die gegenseitigen Stärken gezielt nutzt und die eigenen Schwächen kennt.
Wenn KI aktiv am Teamprozess teilnimmt, ändert sich nicht nur die Arbeit, sondern auch das Selbstverständnis des Teams.
Ein Beispiel: In einem interdisziplinären Team fungiert eine KI als „Junior Analyst“. Sie liefert täglich Einblicke in Nutzerverhalten, Performance oder Support-Tickets. Das Team diskutiert die Ergebnisse und entscheidet, welche Maßnahmen es daraus ableitet. Die Folge: weniger Zeit für Datensuche, mehr Fokus auf Interpretation und Strategie.
Gleichzeitig verschiebt sich das Rollenverständnis:
KI verändert Teamkultur. Wo früher Menschen über Aufgaben sprachen, sprechen sie heute über Erkenntnisse. Meetings werden datenreicher, Entscheidungen faktenbasierter – aber auch abstrakter. Hier ist Empathie gefragt: Die menschliche Seite darf nicht verloren gehen.
Microsoft Copilot im Development-Team Ein Entwicklerteam bei einem E-Commerce-Unternehmen berichtet, dass Copilot inzwischen bis zu 40 % des Codes vorschlägt. Doch der wahre Mehrwert liegt nicht im Tempo, sondern in der Qualität: Copilot erinnert an Standards, schlägt Testfälle vor und spart Zeit beim Onboarding neuer Teammitglieder.
ChatGPT als PO-Assistenz Ein Product Owner nutzt ChatGPT, um Backlog-Einträge aus Support-Chats automatisch zusammenzufassen. Die KI kategorisiert Themen, schlägt Prioritäten vor und erstellt Drafts für Release Notes. Ergebnis: 30 % weniger administrativer Aufwand – aber auch Diskussionen über die Genauigkeit der KI-Vorschläge.
Jira-Automationen mit KI-Unterstützung Ein agiles Team bei Smart Commerce experimentiert mit einem Agent, der Tickets priorisiert, sobald neue Daten aus Kundennutzung eintreffen. Der Agent analysiert, welche Features am meisten Impact haben könnten, und erstellt entsprechende Vorschläge für das nächste Sprint Planning.
Welche Learnings nehmen wir aus der Integration von KI in unseren Arbeitsalltag mit:
Positiv:
Negativ:
Der Unterschied zwischen Erfolg und Frust liegt fast immer in der Einführungskultur – nicht in der Technologie.
Wo KI Entscheidungen vorbereitet oder Prozesse beeinflusst, entstehen neue Verantwortungszonen:
Viele Organisationen beginnen daher, Ethik-Leitlinien für KI im Teamkontext zu entwickeln. Einige Unternehmen etablieren sogar interne „AI Boards“, die sicherstellen, dass Modelle nachvollziehbar, fair und im Einklang mit Unternehmenswerten agieren. Entscheidend bleibt: KI muss dienen, nicht dominieren. Sie darf weder Hierarchien verstärken noch Verantwortung verschleiern.
KI ist kein Kollege aus Fleisch und Blut – aber sie ist ein neues Teammitglied, das unser Denken und Handeln verändert. Sie kann zuhören, analysieren, vorschlagen, priorisieren – aber nicht fühlen, verhandeln oder inspirieren. Die Zukunft agiler Teams liegt daher in der Koordination zwischen Mensch und Maschine: Menschen geben Richtung, Kontext und Sinn; KI liefert Geschwindigkeit, Präzision und Datenbasis.
Oder anders gesagt: Der Mensch bleibt der Dirigent – KI wird zum Orchester, das neue Klänge ermöglicht.
Wer heute lernt, KI nicht nur zu nutzen, sondern einzubinden, legt den Grundstein für eine neue Form der Beziehung – eine, die menschliche Kreativität und maschinelle Intelligenz vereint.
Mit unseren Whitepapern, Webinaren, Blogbeiträgen eintauchen in die Welt des eCommerce und immer auf dem aktuellsten Stand bleiben!
Retrieval-Augmented Generation (RAG) verbindet große Sprachmodelle (LLMs) mit dem Wissen Ihres Unternehmens – von Produktdaten aus PIM- oder ERP-Systemen über PDFs bis hin zu Kundenbewertungen. Mehr dazu lesen Sie in unserem Blogbeitrag.
Wir freuen uns über Ihre Kontaktaufnahme!
Erfahren Sie in unserem Whitepaper, wie Sie mit einer strukturierten Anforderungsanalyse und fundierter Systembewertung die passende PIM-Lösung für Ihr Unternehmen finden. Wir zeigen typische Herausforderungen, praxisnahe Use Cases und konkrete Schritte für eine erfolgreiche Implementierung Ihrer zukünftigen PIM-Architektur.
Jetzt herunterladen
Alexander Buchashvili ist SCRUM-Master und KI-Teamleiter bei der Smart Commerce SE mit über 10 Jahren Erfahrung in IT, 5 Jahren in Leadership und Management sowie 5 Jahren im Coaching. Seine Schwerpunkte liegen in der Konzeption von eCommerce-Systemen, KI Lösungen und dem Multi-Projektmanagement.
Entdecken Sie unseren einzigartigen Ansatz für Ihren Online Erfolg - Analysen, Workshops und strategische Beratung.
Maximiere dein eCommerce-Potenzial mit unseren Digital Experience Platform – personalisierte Erlebnisse, nahtlose Integrationen, mehr Conversion!
Wir entwickeln & implementieren für Sie maßgeschneiderte E-Commerce-Systeme mit führenden Technologiepartnern.
Optimiere dein Produktmanagement mit unseren PIM-Services – zentral, effizient, fehlerfrei. Mehr Konsistenz, weniger Aufwand!
Moderne Public Cloud Lösungen mit maximaler Automatisierung zum Betrieb effizienter E-Commerce Systeme.
Nutze Künstliche Intelligenz für deinen Online-Erfolg – smartere Prozesse, personalisierte Erlebnisse, mehr Umsatz. Zukunftssicher und effizient!
Tauchen Sie ein in die Welt des eCommerce. Mit dem Smart Commerce SE Newsletter sind Sie immer up-to-date. Alles was Sie dafür tun müssen: Jetzt anmelden!
Zum Newsletter anmelden