KI-Funktionen sitzen heute auf Plattformen. Wer eine Plattform mit KI baut oder eine bestehende KI-ready macht, braucht Plattformbau-Erfahrung. SEEFELDER hat uns in eine Plattform gesetzt, die heute über 50 Prozent der Aufträge des Unternehmens trägt. Was wir dabei über Architektur lernen mussten, fließt heute in jede Plattform, die wir KI-ready bauen.
Diese Story ist keine KI-Story. Sie ist eine Plattform-Story. Sie steht hier, weil Plattform-Disziplin die Basis ist, auf der KI-Funktionen verlässlich laufen. Modelle sind austauschbar. Architektur entscheidet.
Ausgangslage.
SEEFELDER ist ein Familienunternehmen für Handwerk, Industrie, Behörden und Bauträger. Über 200 Mitarbeiter:innen, neun Standorte in Deutschland und Österreich. Im Großhandel mit Beschlägen, Montagetechnik und Werkzeug entscheiden Service und Beratung, nicht der Preis.
Das Sortiment: 375.000 Artikel, 600 Marken, konfigurierbare Produkte mit teils über 250 Ausführungen. Die Kund:innen reichen vom Handwerksbetrieb über die Bauträgerin bis zur Behörde. Die Plattform muss das Vollsortiment zeigen, große Warenkörbe ohne Wartezeit ausgeben und an allen Touchpoints suchmaschinenoptimiert ausliefern.
Wir haben es zunächst damit versucht, aber schon mit den ersten Daten festgestellt, dass sich einige der Anforderungen nicht erfüllen lassen. Wir wussten, dass wir mit 350.000 Produktvarianten ankommen und eine Suche und Suggest-Funktion brauchen, die damit umgehen kann.
Achim Schneider, Leiter Digitalisierung, SEEFELDER
Was wir gebaut haben.
Smart Commerce hat für SEEFELDER eine Composable-Commerce-Plattform auf MACH-Basis gebaut. Spryker Commerce OS ist die Commerce Engine. Davor eine eigens für SEEFELDER gebaute PWA auf Vue.js und Nuxt, eine der ersten kompletten headless Implementierungen auf Spryker. Die Spryker Glue API wurde dafür erweitert. FactFinder Next Generation löste die initial verbaute Suche ab, sobald klar war, dass sie mit 350.000 Produktvarianten nicht trägt. Informatica Product 360 liefert die Produktdaten, Microsoft Dynamics 365 das ERP. S365 gibt Innendienst und Außendienst dieselbe Datenbasis wie den Kund:innen.
Tech-Stack.
- Spryker Commerce OS
- Vue.js
- Nuxt
- Spryker Glue API
- FactFinder Next Generation
- Informatica Product 360
- Microsoft Dynamics 365
- Azure Kubernetes Service
- Infrastructure as Code
- CI/CD
S365 ist das Operator-System neben dem Webshop. Über 50 Prozent der Aufträge laufen heute durch S365. Außendienstmitarbeiter:innen sind neuregistrierten Kund:innen als Ansprechpartner:innen zugeordnet, Innendienst und Außendienst arbeiten über S365 auf derselben Datenbasis wie die Kund:innen im Webshop. Eingebettet: Warenkorb-Preismodus, Angebotsfunktion mit Spezialpositionen, Echtzeit-Bestände in Liefer- und Abholshops, Click & Collect, vereinfachter Checkout, Produktkonfiguratoren. SEEFELDER IT und Smart Commerce entwickeln die Plattform gemeinsam weiter.
Zu Beginn des Projekts standen wir vor der Herausforderung, ein äußerst umfangreiches Sortiment entsprechend der unterschiedlichen Bedürfnisse und Einkaufsprozesse der SEEFELDER Kund:innen digital abzubilden. Wir haben uns deshalb für den Einsatz diverser Backend-Systeme entschieden, um die zugrunde liegenden internen Prozesse kategorisiert abbilden zu können und eine reibungslose Customer Journey aufzustellen. Das bedeutete auch viel Eigenentwicklung.
Frank Schneider, COO, Smart Commerce SE
Sechs Stellen, an denen die Architektur trägt.
Klare Anforderungen, starke Leitlinien
Bei 375.000 Artikeln und 600 Marken trägt nicht jedes Standard-Modul. SEEFELDER und Smart Commerce haben die Anforderungen in Backend-Systeme zerlegt und dort eigen entwickelt, wo Standardsoftware nicht reicht.
Composable als Plattformfundament
Die MACH-Architektur kombiniert Standardsoftware mit Individualentwicklung. Packaged Business Capabilities der eingesetzten Systeme verbinden sich mit einer eigenen PWA-Storefront. Module lassen sich austauschen und ergänzen.
Headless PWA als SEO-Hebel
Die eigens für SEEFELDER gebaute PWA auf Vue.js und Nuxt liefert Seiten mit kurzen Antwortzeiten und SEO-konform aus, auch für komplexe Variationsartikel. Eine der ersten kompletten headless Implementierungen auf Spryker. Die Glue API wurde dafür erweitert.
S365 als Operator-Plattform
Kund:innen und Mitarbeiter:innen arbeiten auf derselben Plattform und derselben Datenbasis. Innendienst und Außendienst handeln über S365 im Namen der Kund:innen, auf denselben Informationen, die der Webshop zeigt. Über 50 Prozent der Aufträge laufen heute durch S365.
Suche und Konfigurator für komplexe Sortimente
FactFinder Next Generation hält 350.000 Produktvarianten suchbar und filterbar. Produktkonfiguratoren bilden Artikel mit hunderten Merkmalen ab, bis Maße, Verfügbarkeit und Optionen in den Warenkorb wandern.
DevOps in der Smart Commerce Cloud
Die Infrastruktur läuft auf Azure Kubernetes Service, Infrastructure as Code und einer End-to-End-CI/CD-Pipeline. Smart Commerce verantwortet im DevOps-Modell Entwicklung, Deployment und Betrieb für den gesamten Technologie-Stack.
Was die Plattform messbar bewegt hat.
Vier Kennzahlen aus dem Betrieb der SEEFELDER-Plattform.
Betrieb in der Smart Commerce Cloud.
Die Auswahl der Infrastruktur folgte sechs Faktoren: Performance, Produktivität, Automatisierung, Sicherheit, Governance, Kostentransparenz. Die SEEFELDER-Plattform läuft in der Smart Commerce Cloud auf Microsoft Azure und Azure Kubernetes Service. Infrastructure as Code rollt Komponenten redundant aus, die CI-Pipeline hält die Code-Qualität, die CD-Pipeline ermöglicht kontinuierliche Releases. Smart Commerce verantwortet im DevOps-Modell Entwicklung, Deployment und Betrieb für den gesamten Technologie-Stack.
Was die Plattform für KI bedeutet.
- Composable-Plattformen sind die Trägerschicht für KI-Funktionen. Wer heute MACH baut, baut das Fundament, auf dem KI-Agenten morgen Bestellungen, Angebote und Verfügbarkeitsfragen übernehmen. Spryker und die erweiterte Glue API geben KI-Modulen die Schnittstelle, an der sie andocken.
- Operator-Systeme wie S365 sind die Andockstelle für KI-Assistenz. Innendienst und Außendienst arbeiten heute auf derselben Datenbasis wie die Kund:innen. KI-Co-Piloten für Angebotserstellung, Cross-Selling und Service-Antworten setzen dort an, wo S365 bereits Prozesse bündelt.
- Konfigurierbare Sortimente brauchen strukturierte Daten. Informatica Product 360, Konfigurator-Merkmale und Echtzeit-Bestände sind die Daten, die KI-Funktionen lesen können. Wer das Fundament sauber pflegt, kann später semantische Suche, Empfehlungen und Verfügbarkeits-Agenten anschließen.
- Suche und Empfehlung sind die ersten KI-Lasten, die eine Plattform tragen muss. FactFinder Next Generation und die erweiterte Glue API bilden die Schnittstellen, auf denen semantische Suche und KI-gestützte Recommendations aufsetzen, ohne die Plattform neu zu bauen.
Architekturdiagramm, alle sieben S365-Funktionen und die Stimmen aus dem SEEFELDER-Team finden sich im Whitepaper.

